Das Mikroklima des Sees

Oder:

Warum das Wetter hier so schön ist

Wer hier lebt, hat schon länger ein sonderbares Phänomen beobachtet: Der reguläre Wetterbericht sagt oft schlechteres Wetter voraus, als es die Realiät widerspiegelt. 

Ehrlich gesagt, wir glauben nicht, dass beim Wetterdienst Ungustln arbeiten, die uns den Urlaub vermiesen wollen. Es gibt andere Gründe dafür, warum wir hier oftmals so priviligiert in der Sonne liegen, während es anderwo schüttet.

Die Millstätter Alpe – der Wetterwall

Genau wenn die große Kaltfront das Gewitter Richtung Kärnten ziehen will – kommt der Alpennordkamm. Die Nockberge als Teil des alpinen Hauptkamms bremsen nördlich der Millstätter Alpe die großen Luftmassen verlässlich aus. Damit kommt der Großteil des Regens schon im Norden zu Fall und lässt den Millstätter See im Trockenen.

Der See – eine gigantische Wärmebatterie

Der Millstätter See ist einer der größten und der tiefste See Kärntens. Mit einer maximalen Tiefe von 141 m (in etwa vor der Laggerbucht) ist er außerdem der wasserreichste. Das und der Fakt, dass der See keine nennenswerten alpinen Zuflüsse hat, sorgen dafür, dass er sich bei langen Sonnenphasen relativ stark aufheizt und diese Wärme kontinuierlich an die Luft darüber wieder abgibt. 

Kühle und feuchte Luftmassen, typische Wolkenbildner, die über den See ziehen, werden von der Wasserfläche erwärmt und lösen sich erstaunlich schnell in (warme) Luft auf. Das gilt übrigens auch für den Frühnebel.

Das Seen-Becken – der blinde Fleck

Wie gesagt, wir unterstellen niemandem etwas Böses. Trotz seiner Größe sind der Millstätter See und sein Becken in vielen Wetter-Modellen und Apps eben nur ein kleines Gebiet. Deswegen verschwindet sein begünstigtes Mikroklima in der regionalen Wettervorhersage oft im großen Schnittwert.

Deswegen kann auch eine pauschale Prognose von "Bewölkung und Regen" für Oberkärnten strahlenden Sonnenschein am Millstätter See bedeuten – daher auch sein lokaler Begriff "Das Loch im Himmel".

Daher unser Hinweis:

Hier ist es oft schöner, als man denkt.